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Hallo ihr Lieben,
ich bin Bounty! Ihr glaubt gar nicht, was ich in meinem zarten Alter schon so hinter mir habe. Aber laßt euch einfach mal erzählen.
Ich wurde im Mai 2004 geboren. Wo und wann genau weiß leider keiner. Jedenfalls habe ich ziemlich früh meine Mama verloren und mußte ganz allein sehen wie ich klar komme. Eines Tages im August dann - es war der 17 - kamen ein paar Männer mit einem Auto angefahren und zeigten verstärkt Interesse an mir. Das passte mir erst mal gar nicht. Ich wußte ja gar nicht wer die waren. Naja, jedenfalls schnappten die mich einfach weg von meinem Zuhause, der Straße, und brachten mich nach Bochum ins Tierheim. Dort wurde ich erst einmal dem Doktor vorgestellt. Der piekste mich sofort und dann sperrten die mich ganz allein in einen Raum. Quarantäne hieß das, glaube ich. Eine Woche und einige Untersuchungen später durfte ich aus der Einzelhaft dann in einen Raum wo noch andere Katzen waren. Das gefiel mir schon besser. Ich bin ja kein Verbrecher sondern eigentlich ein ganz Lieber.
An diesem Tag nun, wo man mich als Gesellschaftsfähig eingestuft hat, kamen plötzlich lauter Menschen und guckten in meinen Raum. Zwei davon waren die Bricks'ens. Die wurden auch sofort in meinen Raum hineingeführt. Na, da bin ich erst mal sofort zu denen hin, bevor die sich überhaupt umgucken konnten. Ich wollte mich jetzt mal von meiner besten Seite zeigen, damit ich nicht wieder als Streuner in Einzelhaft komme. Ich jedenfalls mit einem Satz rauf auf das Menschenweibchen. Da hat mich das Männchen dann wieder runter genommen und mich gestreichelt. Schönes Gefühl war das. Das kannte ich so noch gar nicht. Da mußte ich erst mal schnurren so doll ich konnte. Als er mich los gelassen hatte bin ich sofort wieder zu dem Weibchen hoch gesprungen. Die hat mich dann auch ganz liebevoll gestreichelt. War das schön. Das würde ich gern öfters haben. Meine Mama konnte mich ja nicht sehr lange so verwöhnen. Wo sie wohl abgeblieben ist. Aber bestimmt hat sie mich nicht extra so allein gelassen.
Während ich so von diesen Menschen verwöhnt wurde, wurden ihnen immer noch die anderen Katzen vor die Nase gehalten. Was soll das, die hab ich mir schon ausgesucht. Hier geh ich nicht mehr weg. Zumindest nicht freiwillig. Aber die Beiden haben dann auch gar keine Katze mehr angefaßt. Haben gesagt der Kleine hat sich schon für uns entschieden. Keine Ahnung was die meinten. Jedenfalls faselten die dann was von Vertrag und Körbchen und gingen einfach raus und ließen mich hier sitzen. Na prima, das war wohl nichts.
Dann stiegen die Beiden in so ein Ding mit Rädern und wurden weg gefahren. Aber nach einer Stunde standen sie plötzlich wieder auf der Matte. Haben meiner Pflegerin was von einem Katzenpalast und Spielzeug und Futter und so erzählt. Jetzt kamen sie wieder zu mir, packten mich und steckten mich in einen Korb. Na super, wieder Einzelhaft. Und diesmal noch enger. Sie nahmen mich mit und stellten mich auch in dieses fahrende Ding. Das Weibchen erzählte mir was von Frauchen und nach Hause fahren.
Nach 20 Minuten wurde es leiser in diesem Auto. Die Tür ging auf und ich wurde in ein Haus getragen. Dann stellten sie mich in einem großen Raum ab und öffneten mein Körbchen. Nicht schlecht, hier gefiel mir das viel besser als in dem kleinen Raum im Tierheim. Ich schaute sofort überall nach. Alles war so neu. Aber Angst hatte ich gar keine. Ich habe auch sofort etwas zu fressen und zu trinken bekommen. Nach und nach wurden dann alle Türen geöffnet und ich durfte mich überall frei bewegen. Abends sind wir dann eine Etage höher gegangen. Sie sagten was von schlafen. Mein Körbchen und so eine Schüssel mit lauter Steinchen drin haben sie auch mitgenommen. Aber das kannte ich ja schon aus dem Tierheim. Da soll ich rein, wenn ich mal muss. Habe ich dann auch sofort getan. Ich muss denen ja zeigen wie sauber ich bin. Die glauben ja wohl nicht das ich in dem Körbchen schlafe. Nix da, ich will ins Bett zu meiner neuen Familie und dazu muss ich sauber sein. Na, daß haben sie mir dann auch gestattet. Ich wußte nur nicht wen von beiden ich jetzt näher rücken soll. Sind ja beide so lieb zu mir. Also habe ich stündlich meinen Platz gewechselt. Und immer ganz dicht angekuschelt. Am liebsten direkt ans Gesicht. Aber das hat die Beiden wohl zu sehr gekitzelt, da haben sie immer so mit dem Kopf gewackelt. Na egal, lege ich mich eben in den Arm.
Das war eine schöne Nacht. Der Tag wurde auch wieder prima. Sieht so aus als wenn ich hier bleiben darf. Nun kam noch ein Menschenwelpe dazu. Karsten. Der hat wohl letzte Nacht woanders geschlafen. Heute sollte er bei mir bleiben. Herrchen und Frauchen wollten heute zu einer Ambra Luna fahren. Sie sagten das soll in ein paar Wochen meine neue Freundin werden. Da bin ich ja mal gespannt. Aber sie haben wohl keine Angst das es Probleme gibt. Ich bin ja so ein liebes Kerlchen. Laß mal ruhig kommen, die Kleine.
Die nächsten Tage bleiben schön und ich spiele ne Menge mit meinem Spielzeug und klettere auf meinen Kratzbaum. Da ist auch alles in Ordnung, nur wenn ich mal auf einen Tisch hopsen will, werd ich aus heiterem Himmel immer naß. Komisch. Das laß ich dann wohl besser bleiben. Heute hat mein Herrchen eine Tür mit raus genommen. Als er wieder reinkam, war in der Tür noch eine kleine Tür für mich. Er sagt mein Futter und meine Toilette müssen in Zukunft im Hauswirtschaftsraum stehen. Und damit die Kleine Ambra Luna da nicht ran kommt, wird die Große Tür zugemacht. Ich kann dann rein und raus wie ich will. Die kleine Tür ist nur für mich da. Für meine Freundin wird sie zu klein sein. Gute Idee, da bleibt mein Futter wenigstens für mich.
Heute ist Montag, der 30. August 2004. Ein besonderer Tag. Wie ich verstanden habe gibt es wohl noch einen zweiten Menschenwelpen. Carina. Sie war wohl etwas länger im Urlaub und kommt erst heute nach Hause. Wie sie erzählt haben, soll Carina schon voller Ungeduld sein, mich endlich kennen zu lernen. Ich denke, wenn sie eintrifft werde ich mich wieder von meiner besten Seite zeigen. Ach da ist sie ja schon. Jetzt darf ich auch mal in ihr Zimmer. Sie hat mich auch sofort mitgenommen. Und jetzt kann es auch endlich an die Namensgebung gehen. War das schlimm. Die sind vielleicht uneinig. Die Dosis sagten ja ich solle Kater- Maran, -Lysator, -Strophe, -Kombe oder -Pillar heißen. Die Bricks'ens waren da eher für Boomer, wie Boomer der Streuner. Als wenn ich was dafür kann das ich von der Straße geholt wurde. Naja, Carina hatte dann den rettenden Einfall. Da ich so schön Kokosfarben bin, zumindest zum Teil, werde ich wohl mit dem Namen Bounty vorlieb nehmen dürfen. Ist ja auch ganz schön. Ob die wohl wissen, das ich da auch immer noch die Option auf eine Meuterei habe?
Oje oje, heute ist der 4.9.2004, der Tag an dem das Grauen seinen Anfang nimmt. Als ob ich nicht schon genug mitgemacht habe. Nein, da nehmen mich meine neuen Menschen und stecken mich wieder in diesen Korb, mit dem sie mich neulich erst geholt haben und fahren wieder mit mir weg. Ob die mich wohl wieder abgeben wollen? Doch wohl nicht, weil ich letztens beim Juniorfrauchen ins Zimmer gepinkelt habe. Das war doch gar nicht meine Schuld. Was kriecht die auch unter die Bettdecke und telefoniert die ganze Zeit. Da hat sie mein mauzen natürlich nicht gehört und die Zimmertür bekomme ich halt allein nicht auf. Naja, und meine Blase ist nun mal kein Luftballon. Irgendwann ist gut. So jetzt sind wir ein wenig gefahren und steigen aus. Nein, hier war ich noch nicht. Da stehen ja noch zwei Menschen vor der Tür. Der eine hat auch ne Katze im Korb dabei. Meiner ist aber schöner, ätsch. und der andere hat so ein komisches Tier an einer Leine. Sowas, warum muß der nicht im Korb sitzen. Merkwürdiges Tier. Schwarz und braun und viel länger als hoch. Und so einen dicken Bart und die Haare ganz rauh.
Außerdem spricht der eine fremde Sprache. Wau hat er gesagt als er mich gesehen hat. Nanu, jetzt geht die Tür von dem Haus auf. Eine Frau mit weißer Kleidung bittet uns herein. Oh nein, die kenne ich. Das ist die, die mich im Tierheim schon immer untersucht und gepiekt hat. Was will die denn von mir.
Iiiiiiiiiihgitt, ich wußte es. Kaum pass ich mal einen Moment nicht auf, spritzt die mir was Nasses in die Ohren. Und jetzt stochert sie auch noch mit einem Stab und so weißem, weichen Zeug in mir rum, einfach ekelhaft. Naja, scheint jetzt wieder vorbei zu sein. Jetzt fängt sie an mich zu kämmen. Will sich wohl jetzt liebkind machen, wie. Keine Flöhe sagt sie. Was bildet die sich eigentlich ein, wen die vor sich hat. Eine Flohquaste. Also wirklich. Huuuch, was macht sie denn jetzt. Gerade erhol ich mich von diesem Schrecken, steckt die mir was spitztes in den Hintern. Das ist doch eine Schweinerei. Die nutzt auch jede Gelegenheit schamlos aus. Pfui! Naja, jetzt ist sie wohl fertig. Erzählt noch was von Tollwut und anderen schrecklichen Krankheiten. Und das Letzte passt mir überhaupt nicht. Sie sagt, wir sollen in sechs Wochen wiederkommen. Na hoffentlich hat das keiner gehört. Dieser Tag war einfach fürchterlich.
So, nun ist auch dieses kleine Hündchen bei uns eingetroffen. Ist eigentlich ja ganz süß. Wie es mir mit ihm ergangen ist, lest ihr am besten auf Ambra Lunas Seite durch.
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